FPnews 06/2011
Stift und Zettel als Grundausstattung: In der hessischen freesort-Niederlassung arbeiten viele Gehörlose

Hochmotivierte Menschen in die Arbeitswelt integrieren – das ist das Ziel der freesort GmbH aus Langenfeld. 180 Angestellte sind derzeit an den acht Standorten der Tochtergesellschaft der Francotyp-Postalia Holding AG beschäftigt, rund 67 Prozent davon sind Menschen mit Behinderung. „Seit Gründung der freesort im Jahr 2005 bieten wir Behinderten einen vollwertigen Arbeitsplatz an und erleben sie im Arbeitsalltag als hochmotivierte und zuverlässige Mitarbeiter“, erklärt freesort-Geschäftsführer Christian Queißer. Die freesort ist deutschlandweit führend in der Konsolidierung von Ausgangspost. Konsolidieren heißt: freesort-Mitarbeiter holen die Briefe in den Unternehmen ab, sortieren sie nach Postleitzahlen und geben sie gebündelt an Briefzusteller weiter.
In der hessischen freesort-Niederlassung in Frankfurt arbeiten 25 Menschen, 23 von ihnen mit Behinderung, fast die Hälfte davon gehörlos. „Im Arbeitsalltag bedeutet das zum Beispiel, dass jeder von uns immer Stift und Zettel dabei hat – falls es mit der Gebärdensprache doch mal nicht klappen sollte“, erklärt Roland Hoffmann, der die Niederlassung leitet. Die Behinderten arbeiten in allen Bereichen des Sortierzentrums – checken die Briefe auf Vollständigkeit, speisen sie in die Frankiersysteme ein, kontrollieren, ob die Sortiermaschine richtig sortiert hat. „Die Sortierstraße ist auch ein schönes Beispiel dafür, wie wir unsere Arbeitsplätze auf die Bedürfnisse unserer behinderten Mitarbeiter angepasst haben“, so Hoffmann weiter. „Über die rund 25 Meter Länge der Maschine haben wir eine durchgängige Not-Aus-Vorrichtung anbringen lassen. Üblicherweise gibt es nur einzelne Not-Aus-Schalter für einzelne Arbeitsbereiche einer Sortiermaschine. Diese Vorrichtung ist dagegen auch für diejenigen gut erreichbar, die nicht einfach mal einen schnellen Sprint hinlegen können.“