FPnews 12/2009
Taste schlägt Touchscreen: Großes oder kleines Display? Schrift oder Symbole?

Die Meinungen darüber, was den Bedienkomfort einer
Frankiermaschine ausmacht, unterscheiden sich von Land zu Land. Das ergab eine Befragung unter Nutzern von Frankiermaschinen, die Francotyp-Postalia in
verschiedenen Ländern im Rahmen einer Maschinen-Neuentwicklung durchgeführt hat.
Wie schwierig eine Produkt-Definition ist, zeigt sich in der Fragestellung und Bewertung "Touchscreen oder Tasten"? Die große Mehrheit der Befragten hat sich noch in 2008 in den USA bzw. in Deutschland für ein System mit
Tasten entschieden. Aber ein neues Produkt muß Änderungen der Gewohnheiten oder auch Einflüsse von anderen Produkten berücksichtigen. Benutzeroberflächen wie die des iPhone z.B. setzen Standards und beeinflussen die Akzeptanz der Anwender maßgeblich. Ähnliche Tendenzen zeigen sich auch in der Frage, ob eine Frankiermaschine besser Schriftzeichen oder Symbole anzeigen sollte: Amerikaner und Deutsche entscheiden sich hier mehrheitlich für die Schrift-Variante.
Deutliche Unterschiede zeigen sich dagegen bei der Tastengröße: 61 Prozent der Deutschen möchten eine Maschine mit großen Tasten bedienen. In den USA hingegen entschied sich die Mehrheit (55 Prozent) für kleine Tasten. Ein großes Display bevorzugen in Deutschland 92 Prozent der Befragten, in den USA dagegen nur 22 Prozent. "Wir führen das auf alte Gewohnheiten zurück", erklärt Michael Kämpf, Produktmanager für Frankiermaschinen bei FP. "Während in den USA noch viele Modelle mit kleinen Displays in Umlauf sind, verwenden deutsche Nutzer hauptsächlich neuere Maschinen mit großen Displays."
Jedoch sind solche unterschiedlichen Wahrnehmungen von Bedienkomfort auch kulturell verankert, erklärt Prof. Ralph Bruder, Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt. "Uns Europäern ist es besonders wichtig, schnell, effizient und fehlerfrei zum Ziel zu kommen. Asiaten dagegen wollen beim Bedienen eines Geräts vor allem auch Spaß haben. Und bei Amerikanern lässt sich gar kein homogenes Nutzverhalten feststellen."
"In der Entwicklung versuchen wir, die größtmögliche Schnittmenge an Kundenwünschen zu finden", erklärt Produktmanager Kämpf. "Die Kunst liegt letztendlich auch darin, ein geändertes Kundenverhalten rechtzeitig aufzunehmen, richtig zu prognostizieren und in den Spezifikationen entsprechend zu verankern".