FPnews 06/2011
FP-Tipp: Wissenswertes rund ums Thema Frauenfußball

Es ist das Sportereignis des Jahres: Die 16 besten Frauenteams der Welt treten vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 um den Fußball-Weltmeistertitel an. Zweimal Weltmeister, sieben Mal Europameister, drei Mal die olympische Bronzemedaille – die deutsche Damen-Nationalmannschaft braucht sich vor den Titeln der männlichen Konkurrenz nicht zu verstecken. Ein bisschen WM-Fieber ist deshalb nur recht und billig – hier zur Einstimmung eine Runde Wissenswertes rund um den Frauenfußball.
Einen leichten Start hatte der Frauenfußball in Deutschland nicht: Der erste Damenfußballclub wurde in Deutschland 1930 gegründet, und zwar von der couragierten Metzgerstochter Lotte Specht: der 1. DFC Frankfurt. Die Kickerinnen wurden jedoch als „Mannsweiber“ verlacht – auf Druck des DFB hin war der Traum von der Fußballemanzipation schon ein Jahr später ausgeträumt. Im Jahr 1955 kam es dann noch dicker: Der Deutsche Fußball-Bund verbot den Frauenfußball komplett. Und zwar mit der Begründung, „dass diese Kampfsportart der Natur des Weibes im Wesentlichen fremd ist“, so die Bundeszentrale für politische Bildung in einem historischen Abriss über den Frauenfußball. Erst 1970 wurde der Sport wieder offiziell zugelassen und nimmt seither stetig an Popularität zu.
Heutzutage sieht es da schon besser aus: Mit über 20 Millionen aktiven Fußballerinnen boomt der Frauenfußball und gilt inzwischen als weltweit beliebtester Frauen-Teamsport. Auch in Deutschland verzeichnet der DFB (im Gegensatz zu den männlichen Spielern) ständig steigende Mitgliederzahlen – über eine Million Mädchen und Frauen sind bereits aktiv. Der FIFA-Chef Joseph Blatter proklamiert schon seit Jahren: „Die Zukunft des Fußballs ist weiblich.“ Vielleicht auch aus diesem Grund: Blatter plädierte für knappere Bekleidung im Frauenfußball. Engere Shorts würden seiner Meinung nach den Frauenfußball für die Medien interessanter machen und so mehr Sponsoren anlocken. Die Spielerinnen waren von diesem Vorschlag jedoch weniger angetan.